Themenbeitrag im Open-Data-Briefing: "Die Gemeinsame Normdatei schafft Mehrwert"

Wie kann die Verwaltung als Teil des Datenökosystems ihre Daten effizient verwalten und gezielt Mehrwerte nutzen, die außerhalb der Verwaltung entstehen? Wie können Referenzen stabil bleiben, während sich Zuständigkeiten im Zeitverlauf ändern? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die hessische Open-Data-Community in ihrem zweiwöchentlichen gemeinsamen Austausch.

Dieses Mal war Tracy Arndt von der Deutschen Nationalbibliothek als Gastreferentin zugeschaltet, um die Gemeinsame Normdatei (GND) vorzustellen. Ursprünglich im bibliothekarischen Bereich entstanden, ermöglicht die GND einen eindeutigen Sucheinstieg.

Ein GND-Datensatz zeichnet sich dadurch aus, dass einer Entität – beispielsweise einer Person, einem Ort, einer Körperschaft oder einem Sachbegriff – eine eindeutige Identifikationsnummer sowie normierte Informationen wie eine Bezeichnung, ein Entitätstyp und weitere Eigenschaften zugeordnet werden. Dadurch wird eine persistente Referenzierung dieser Entitäten ermöglicht und ihre eindeutige Identifikation sichergestellt.

Für die Verwaltung bedeutet das, dass Körperschaften und Verwaltungseinheiten eindeutig beschrieben werden können. Dadurch lassen sich Informationen zu diesen Entitäten zusammenführen und Datenbestände besser verknüpfen.

Ein Beispiel hierfür ist das Hessische Innenministerium, derzeit gemäß Art. 104 Abs. 2 der Hessischen Verfassung benannt als Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz. Dieselbe Behörde trug in der vorangegangenen Wahlperiode die Bezeichnung Hessisches Ministerium des Innern und für Sport. Durch die Abbildung solcher Zusammenhänge in der GND bleiben institutionelle Veränderungen nachvollziehbar und können effizient für weitere Recherchen und Anwendungen genutzt werden. Dies spart Zeit und Arbeitsaufwand, da Daten einfacher übernommen und mehrfach genutzt werden können - auch in diesem Portal.

Neben einem Einblick in die Arbeitsweise der GND-Kooperative erhielten die Teilnehmenden auch einen Überblick über neue Einsatzgebiete im Datenökosystem des Internets - beispielsweise im Kulturbereich oder in der Forschung.

Mit ihrer CC0-Lizenz ist die GND offen und frei nachnutzbar. Durch ihre Vernetzung mit weiteren Datenquellen steigt ihr Nutzen kontinuierlich. Zudem stellt sie eine hochwertige Grundlage für KI-Anwendungen und das Training von KI-Modellen dar.

Die GND ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur semantischen Interoperabilität und zu Linked Open Data - aus diesem Grund ist sie bereits heute auf opendata.hessen.de integriert.